Unterrichtsfächer

An der Wirtschaftsschule gibt es - wie an einer Realschule - die allgemeinbildenden Fächer (wie z.B. Deutsch, English, Mathematik, Geschichte), daneben die speziellen beruflichen Pflichtfächer (wie z.B. Betriebswirtschaftliche Steuerung und Kontrolle sowie das Fach Übungsunternehmen).

Alles Wichtige zu den Fächern und zur Stundentafel finden Sie unter
https://www.lehrplanplus.bayern.de/schulart/wirtschaftsschule

  • BSK – Betriebswirtschaftliche Steuerung und Kontrolle

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    Das Fach BSK vereint Inhalte aus den Bereichen Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft und Rechnungswesen und verbindet zudem in enger Zusammenarbeit die Fächer Übungsunternehmen und Informationsverarbeitung. Die Lernsituationen orientieren sich an der Lebenswirklichkeit der Schüler, hierbei werden sie aufgefordert in praktischen, berufsrelevanten und alltagsbezogenen Aufgaben Handlungsprodukte zu erstellen. Die Schüler erhalten eine grundlegende wirtschaftliche Bildung, die hierbei erworbenen Kompetenzen befähigen die Schüler Probleme zu meistern, die sowohl das private Umfeld als auch den betrieblich-beruflichen Bereich abdecken. Dies bereitet zum einen die Schüler auf eine Ausbildung (nicht nur im wirtschaftlichen Bereich) vor, zum anderen bietet das Fach den Schülern auch die Möglichkeit, sich im Anschluss an die Wirtschaftsschule weiter zu qualifizieren (z.B. FOS). Hierzu nur einige Themenbeispiele mit denen sich die Schüler befassen:

    Rechte und Pflichten eines Endverbrauchers aus einem Kaufvertrag, Bankkonten und unterschiedliche Arten der Zahlungsmöglichkeiten, Berufsorientierung und Bewerbung, Beschaffung und Absatz von Waren, Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit mithilfe der Kosten- und Leistungsrechnung, Anlagefinanzierung und Versicherung.

  • Deutsch

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    Sprache ist das Fundament einer erfolgreichen Kommunikation und somit Voraussetzung für eine aktive Beteiligung am gesellschaftlichen Leben. Der Deutschunterricht der Wirtschaftsschule fördert deshalb die dazu notwendigen elementaren Fertigkeiten:

    Sprechen und Zuhören

    Die Schülerinnen und Schüler lernen Kommunikationssituationen in persönlichen, beruflichen und öffentlichen Zusammenhängen angemessen und adressatengerecht zu bewältigen.

    Lesen – mit Texten und Medien umgehen

    Die Schülerinnen und Schüler erlenen grundlegende Verfahren für das Erschließen von Texten und anderen Medien. Der Erwerb von Kenntnissen über das vielfältige Medienangebot führt zu einem kritischen Umgang mit Massenmedien und befähigt dazu, relevante Informationen aus längeren Texten sowie anderen Medien (Bilder, Diagramme, etc.) zu entnehmen.

    Schreiben

    Die Schülerinnen und Schüler lernen die vielfältigen Möglichkeiten des Schreibens als Mittel der Kommunikation kennen und wenden diese zielgerichtet an.

    Sprache und Sprachgebrauch untersuchen und reflektieren

    Die Schülerinnen und Schüler analysieren Sprache und Sprachgebrauch in unterschiedlichen Situation im Hinblick auf Funktion und Wirkung.

    Die im Deutschunterricht der Wirtschaftsschule erworbenen Kompetenzen ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, sicher mit der deutschen Sprache umzugehen. Das Erlangen der o.g. Basiskompetenzen befähigt sie zudem dazu, sich den immer wieder ändernden Anforderungen der Lebens- und Arbeitswelt erfolgreich zu stellen und diese zu meistern.

  • Englisch

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    Im Englischunterricht der Wirtschaftsschule erwerben die Schülerinnen und Schülern Kompetenzen, die sie für ihre persönliche und berufliche Lebensgestaltung nutzen. Dabei erhalten sie vielfältige Einblicke in die englischsprachige Welt und setzen sich mit deren Kulturen auseinander. Sie nehmen kulturelle Gemeinsamkeiten und Verschiedenheiten bewusst wahr und setzen sich mit spezifischen Denk- und Lebensweisen, Werten, Normen und Lebensbedingungen englischsprachiger Kulturen auseinander, gehen verständnisvoll mit kultureller Verschiedenheit um und bewältigen mithilfe geeigneter Kommunikationsstrategien interkulturelle Begegnungssituationen. Die Schülerinnen und Schüler in der Wirtschaftsschule erwerben im Fach Englisch Kenntnisse und Fertigkeiten, die sie im Alltagsleben und im späteren Berufsleben dazu befähigen, mit anderen Personen nicht nur in alltäglichen, sondern auch in vielfältigen berufsspezifischen Situationen (z. B. Handelskorrespondenz, telefonische Terminabsprachen) erfolgreich zu kommunizieren. Zur Förderung der Sprachkompetenz der Schülerinnen und Schüler erfolgt der Englischunterricht an den Wirtschaftsschulen weitgehend einsprachig. Bei Äußerungen der Schülerinnen und Schüler steht der kommunikative Aspekt im Vordergrund.

    An der Wirtschaftsschule erreichen die Teilnehmer an der Abschlussprüfung zum mittleren Schulabschluss das Level B 1+.

  • Ethik

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    Der berühmte griechische Philosoph Aristoteles äußerte sich einst folgend: „Hohe Moralbegriffe sind Gewohnheitssache. Wir werden gerecht durch gerechtes Handeln, maßvoll durch maßvolles Tun, tapfer durch tapferes Verhalten.“ Dieses Zitat spiegelt passend das Selbstverständnis sowie die Aufgabe des Faches Ethik wider: Die wichtigen Grundpfeiler des menschlichen Miteinanders – so Normen, Werte, Moral und Sinn – sind oft schwer fassbar und wirken abstrakt, werden aber durch Einüben und Anwenden greifbar. Dieser Aufgabe stellt sich das Fach Ethik, indem relevante Themen aus dem Alltagsbereich der SchülerInnen behandelt und hinterfragt werden. Die Kooperation mit anderen Fächern ist dabei unerlässlich. Zahlreiche Themen, wie beispielsweise Gewalt und Konflikte, Medienethik sowie Leistung in Schule und Beruf, finden daher in enger Bindung an die Fächer Soziales Lernen, BSK oder IV statt.

    Als Richtschnur für den Ethikunterricht sind die vier großen Bereiche Menschsein, Zusammenleben, Religionen und Kultur sowie die moderne Welt zu nennen, an denen sich die einzelnen Unterrichtsthemen orientieren. Die fachliche Gestaltung bezieht sich dabei stets auf die Lebenswelt der Jugendlichen. So werden aktuelle politische Entwicklungen, Schwierigkeiten des Alltags und einer möglichen Zukunftsgestaltung der SchülerInnen, die Herausforderungen der Technisierung sowie gesellschaftliche Phänomene und Wandel thematisiert, problematisiert und diskutiert. Dadurch erlernen die SchülerInnen zentrale Kompetenzen: Auf kognitiver Ebene werden ethisch bedeutsame Sachverhalte durchdrungen, um sie anschließend durch das Abwägen unterschiedlicher Perspektiven zu beurteilen. Die Erkenntnis, dass es auf viele ethische Fragen keine eindeutigen Antworten gibt, fördert zugleich die Fähigkeit der eigenen Reflexion sowie das Hineinversetzen in andere Meinungen und Positionen. Durch diesen Prozess erfüllt das Fach den Bildungsauftrag gemäß Art. 47BayEUG, die Jugendlichen „zu werteinsichtigem Urteilen und Handeln“ zu erziehen.

    Erklärtes Ziel des Faches Ethik es somit, den SchülerInnen eine Orientierungshilfe zu bieten und Platz für Fragen rund um Probleme aus ihrem eigenen Erfahrungsbereich zu eröffnen. Zudem sollen sie mit den grundlegenden demokratischen Wertmaßstäben vertraut gemacht und natürlich an diese gebunden werden. Dies hilft den Jugendlichen auf ihrem Weg, zu reflektierten und selbstbewussten Mitgliedern einer pluralistischen Gesellschaft zu werden.

  • Informationsverarbeitung

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    Das Fach Informationsverarbeitung (ehemals Textverarbeitung) wird nach dem neuen Lehrplan PLUS schwerpunktmäßig fächerübergreifend (Deutsch und BSK) unterrichtet. In den verschiedenen Themenbereichen werden gute Voraussetzungen geschaffen, aktuelles Wissen zu fördern sowie neue Erkenntnisse im Unterricht und in fächerverbindenden Projekten umzusetzen. Auch persönliche Stärken und Interessen werden im Hinblick auf das kommende Berufsleben gefördert und intensiviert.

    In der Klasse 7 werden 4 Stunden und in den Klassen 8 und 10 werden jeweils 2 Stunden pro Woche den Schülern die Inhalte der verschiedenen Lernbereiche vermittelt:

    • Sachgemäßer und rationeller Umgang mit dem Computer,
    • soziale Netzwerke verantwortungsvoll nutzen und bewerten (u. a. Erwerb eines Medienführerscheines),
    • moderne Kommunikationsmöglichkeiten nutzen (E-Mail-Verwaltung, Firewall- und Virenschutzprogramme nutzen, Cookies verwenden),
    • verschiedene Standardsoftware kennen lernen und einsetzen für ein erfolgreiches Arbeiten in den zukünftigen Firmen (Word-, Excel- und Powerpoint-Programme anhand schriftlicher Darstellung von dargelegten Situationen einsetzen),
    • kaufmännische Abläufe bewerten, verarbeiten und präsentieren unter Zuhilfenahme von Internet und Softwareprogrammen.

    Claudia Laerm / Monika Treutlein

  • Mathematik

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    Das Fach Mathematik wird in der 7. Klasse in vier Wochenstunden unterrichtet. Ziel der 7. Klasse ist es, im Fach Mathematik vorhandenes Grundwissen aufzufrischen und zu festigen und neue Themen aus unterschiedlichen mathematischen Bereichen zu erarbeiten, die dann in den nachfolgenden Jahrgangsstufen vertieft werden.

    Zum mathematischen Grundwissen ist zu zählen:

    • Rechnen mit positiven und negativen Zahlen (ohne Taschenrechner!)
    • Anwenden von Rechengesetzen
    • sicherer Umgang mit Brüchen
    • Dezimalbrüche
    • rationale Zahlen
    • Umwandeln in andere Einheiten
    • Grundkenntnisse in der Flächen- und Volumenberechnung

    Kompetenzorientierte Inhalte der 7. Klasse in Mathematik sind:

    • Prozentrechnen: Berechnen von: Prozentwert, Prozentsatz und Grundwert, vermehrter und verminderter Grundwert
    • Daten und Zufall: Daten erheben, auswerten und darstellen
    • Dreiecke und Winkel: verschiedene Arten von Dreiecken, Dreiecke konstruieren, Winkel an parallelen Geraden und Geradenkreuzungen, Innenwinkelsumme
    • Dreiecke und Vierecke: Arten von Vierecken, Konstruieren von Parallelogrammen und Trapezen, Flächeninhalte
    • Geometrische Körper: geometrische Körper benennen, Oberfläche und Volumen von Prismen berechnen
    • Terme und Gleichungen: Terme aufstellen, Terme vereinfachen, mit Termen rechnen, Gleichungen lösen und nach x auflösen
  • Mensch und Umwelt

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    Das Fach „Mensch und Umwelt“ bildet eine Grundlage für eine naturwissenschaftlich-technische Bildung und soll den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, ein aufgeklärtes Weltbild zu entwickeln und die Notwendigkeit des eigenverantwortlichen und umweltgerechten Handelns zu erkennen. Mit dem Ziel den Schülerinnen und Schülern das Erkennen von Zusammenhängen zu erleichtern, werden im Fach Mensch und Umwelt die Naturwissenschaften Biologie, Chemie und Physik zusammengeführt.

    Das Fach bringt naturwissenschaftliche Sachverhalte in Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler. Durch Alltags- und Praxisbezüge zu einer späteren Berufsausbildung bzw. -ausübung unterstützt das Fach die Schülerinnen und Schüler dabei, auf der Grundlage ihres naturwissenschaftlichen Wissens in privaten, gesellschaftlichen sowie in verschiedenen Bereichen der Arbeitswelt durchdacht und verantwortungsvoll zu Handeln.

    Im Fach „Mensch und Umwelt“ werden in der Jahrgangsstufe 7 beispielsweise die Themen „An einem Bildschirmarbeitsplatz ergonomisch arbeiten" und „Mobiltelefone verantwortungsbewusst nutzen" behandelt. In der Jahrgangsstufe 8 wird neben dem Lernbereich „Elektrische Haushaltsgeräte effizient nutzen" auch über das Thema „Den Wald als wichtigen Lebensraum schützen" gesprochen.

  • Übungsunternehmen

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    Das neue Unterrichtsfach Übungsunternehmen stellt eine sinnvolle Verzahnung zwischen Theorie und Praxis dar. Inhalte, die im Fach BSK (Betriebswirtschaftliche Steuerung und Kontrolle) erlernt werden, sollen nun praktisch angewandt werden. Unsere Schüler haben zweierlei Möglichkeiten, dies zu tun. Zum einen mit der Unternehmenssimulation „Simtrade“ und dem „FabLab & Siebdruckwerkstatt“.

    Bei Simtrade, einem computerbasierten Planspiel, übernehmen die Schüler Funktionen und Aufgaben im Einkauf und im Verkauf eines Großhandelsunternehmens für Hardware. Das Warenlager soll sinnvoll aufgefüllt werden, wie hoch soll der Meldebestand der unterschiedlichen Waren sein, wie hoch der Verkauspreis? Wie erstellen wir ein Angebot auf die Anfrage des Kunden? Was tun, wenn der Kunde das Angebot nicht annimmt? All diese Fragen und noch viel mehr werden bearbeitet. Der Schüler bekommt innerhalb weniger Minuten Feedback der Lieferanten und Kunden.

    Im FabLab soll der Kreativität keine Grenzen gesetzt werden, denn es heißt, mit Siebdruck, LaserCutter und 3D-Drucker Produkte zu entwickeln, die auch auf Schulfesten verkauft werden sollen. Wie teuer ist die Entstehung eines bunten Jahreskalenders, der dann in der eigenen Siebdruckwerkstatt gestaltet wird? Werden viele Kunden unsere kreativen Werke kaufen? Hier arbeiten die Schüler kreativ, hands-on und mit wirtschaftlichen Hintergrund.

    Weitere Informationen

  • Wirtschaftsgeographie

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    Das Fach Wirtschaftsgeographie hat zu Beginn des Schuljahres 2016/2017 Einzug in den Fächerkanon der Wirtschaftsschule gehalten – und das ist gut so: Das Fach hat zum Inhalt, die Schülerinnen und Schüler mit den gegenwärtigen weltweiten Herausforderungen wie Umweltprobleme, Globalisierung und Veränderungen in der Arbeitswelt (z.B. durch den Strukturwandel) zu konfrontieren. Diese aktuellen und wichtigen Themen wurden bisher nur unzureichend im Lehrplan berücksichtigt. Die Wirtschaftsgeographie füllt diese Lücke.
    Hierbei schafft es eine Grundlage für naturwissenschaftliche sowie wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Bildung. Diese Verknüpfung befähigt die Schülerinnen und Schüler, Wechselwirkungen zwischen natürlichen Gegebenheiten einerseits und dem in die Natur eingreifenden Menschen andererseits zu erkennen und zu beurteilen.

    Die Auseinandersetzung mit Problemsituationen in den unterschiedlichen Rollen als Konsument, Arbeitnehmer / Unternehmer und Bürger stärkt das Urteilsvermögen in Hinblick auf ökonomische, ökologische und soziale Fragestellungen.

    Somit versetzt das Fach Wirtschaftsgeographie junge Menschen in die Lage, reflektiert am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und unterstützt die Entwicklung zu mündigen und weltoffenen Menschen.
    Sollte es dieses Fach nicht geben, dann müsste es schnellstmöglich erfunden werden.

    Christian Puchtinger