Schüleraustausch mit dem I.S.I.S Galileo Galilei in Florenz

Meldung vom 01.03.2009



Was erwartet man als Schülerin oder Schüler, wenn man sich im Laufe des ersten Halbjahres für einen Austausch mit einer italienischen Partnerschule angemeldet hat, am Sonntag, den 1.März 2009 am Münchener Hauptbahnhof steht und auf den Zug wartet? Nun, als Erwachsener kann man, auch wenn man die Zeit einmal selber erlebte, nur mutmaßen. Vermutlich gutes Wetter, einfaches, aber leckeres Essen, ein paar Sehenswürdigkeiten, nicht zu viele, und viel lustige 'Action'. Habe ich etwas vergessen? Wir werden sie im nächsten Schuljahr noch einmal fragen müssen, wie das war, davor … und schließlich danach, als alles vorbei war.

Aber nun noch mal zurück zum Hauptbahnhof. Drei unserer Angemeldeten mussten die getroffene Entscheidung revidieren und entweder im Krankenhaus oder im Bett bleiben, was alle sehr bedauerten. Die verbliebenen zwölf machten einen äußerst fidelen Eindruck und freuten sich sehr darauf, dass es endlich losging und auf die noch kommenden Erfahrungen. Sie sollten nicht enttäuscht werden.

Ein Versuch der Zusammenfassung:

Aus der Beobachterperspektive lässt sich vermelden, dass unsere Reisegruppe mit reichlich Sonnenschein im Herzen in Florenz ankam, mit gesteigertem Glücksgefühl auf eine ereignisreiche Woche zurückblickte und manch einer sich nur ungern wieder in den Zug nach Hause setzte. Was hatte dazwischen gelegen? Vorsichtiges, vielleicht unsicheres Herantasten an die vielen unbekannten Charaktere, eine andere Kommunikationsweise und Verständigungshürden, die man lernte durch ein echtes gegenseitiges Öffnen zu überwinden. Die Herausforderungen, mit denen man nicht zuletzt aufgrund der Verständigungssprache Englisch stieß, wurden gemeistert. Es waren dies die entscheidenden Nebensächlichkeiten, die ihre Zeit brauchten, welche aber auch dazu genutzt wurde.

Und was haben die Schülerinnen und Schüler gesehen? Dem Programm folgend, Pisas Schiefen Turm und sein historisches Zentrum sowie zwei der bekanntesten Florentiner Museen mit Kunstwerken, die in eine glorreiche Zeit entführten. Daneben zahlreiche Ecken im Zentrum, die die Schüler auf eigene Faust besuchen wollten und konnten, oder mit ihren italienischen Begleitern, die zunehmend zu ihren Freunden wurden. Das Nachtleben habe ich nicht direkt verfolgen, aber zum Schluss doch in ihren Augen ablesen können. Noch eine gute Nachricht für alle Nachfolger: Ihr werdet besseres Wetter haben. So viel Regen lässt Petrus in Florenz äußerst selten fallen!

Vor dem Gegenbesuch Anfang Mai stand unseren Schüler/innen die Vorfreude deutlich ins Gesicht geschrieben. Das mit den Italienern gemeinsam erarbeitete Programm war umfangreich und musste aufgrund der Reisebedingungen für einen teilnehmenden Rollstuhlfahrer, der mit einer Gruppe von Freunden in einem Hotel unterkam, auf nur drei Tage verteilt werden. Beim Empfang hatten sich die Klassen 10c und 10d mächtig ins Zeug gelegt und eine herrlich authentische Atmosphäre beim bayerischen Großfrühstück hergestellt. Wieder einmal spielte ein im Hause begemann beliebter Gitarrist mit internationalem Gesang ganz groß auf, während andere Kollegen und Schüler im 'Catering Service Team' eine gute Figur abgaben. Nach der teils durch die Schüler selbst gestalteten Stadtführung kehrte man im Hofbräuhaus ein, um am Nachmittag gestärkt einen Einblick ins Deutsche Museum zu gewinnen. Zwischen den Besichtigungen von Schloss Nymphenburg und der Allianz Arena hätte eigentlich die Einkehr im Biergarten am Chinesischen Turm im Englischen Garten liegen sollen, die aber aufgrund von Petrus‘ Gegentest und reichlich bayerischem Regen ins Wasser fiel. Nach dem Besuch der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau durch die italienischen Gäste, hatten alle Schülerinnen und Schüler Nachmittag und Abend zum gemeinsamen Freizeitgenuss und zum Feiern. Dass dieses feuchtfröhlich und in guter Atmosphäre abgelaufen sein wird, dokumentierten die nur halboffenen Augenlider vor der Abreise unserer Gäste und Freunde.

Zu guter Letzt möchte ich meinen großen Dank aussprechen an alle, die diesen Kontakt, der in den kommenden Jahren weiterleben und weiterentwickelt werden soll, möglich gemacht haben. Danke an: Joanna, Franziska, Jana, Annemarie, Larissa, Beatrice, Ebru, Merve, Katja, Nicole, Tanja, Patricia, Bayram, Felix, Christian, Dario, Patrick, Leander sowie alle beteiligten Eltern und Kollegen – für Pioniergeist, Mut, Zuverlässigkeit, Durchhaltevermögen, Hilfsbereitschaft und die große entstandene Freude!

 
Marco Riccato